Die nachhaltigsten Katzenfutter-Marken – Mein aktuelles Ranking
Die Frage kommt fast wöchentlich in meinem Postfach an: "Welches ist denn nun das nachhaltigste Katzenfutter?" Und ich verstehe, warum sie kommt. Der Markt boomt mit Begriffen wie "nachhaltig", "natürlich", "artgerecht" – aber hinter den Versprechen stehen oft leere Worthülsen.
In diesem Artikel bekommst Du eine ehrliche Antwort: Mein aktuelles Ranking der nachhaltigsten Katzenfutter-Marken in Deutschland, mit nachvollziehbaren Kriterien und den Kompromissen, die auch die "Besten" eingehen müssen.
Zuerst aber: Was bedeutet "nachhaltig" in diesem Kontext überhaupt?
Meine Kriterien für nachhaltiges Katzenfutter
Nachhaltigkeit ist ein Wort, das alles und nichts bedeuten kann. Für mich zählen bei Katzenfutter sechs Dimensionen – und eine Marke muss in den meisten davon überzeugen, um auf diese Liste zu kommen.
1. Verpackung
Die Verpackungs-Ökobilanz ist einer der greifbarsten Faktoren. Hier gewinnen Mehrweg-Pfand-Systeme, gefolgt von Weißblech-Dosen und Tetrapak-Verbundverpackungen. Pouches und Aluschalen liegen hinten.
Details dazu findest Du im ausführlichen Artikel [Die Ökobilanz von Katzenfutter-Verpackungen].
2. Regionalität
Je kürzer die Wege von Rohstoff zu Produktion zu Verbraucher, desto besser. Eine Marke, die ihr Huhn aus Deutschland oder Österreich bezieht und lokal produziert, hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber internationalen Lieferketten.
3. Haltungsbedingungen der Tiere
Das Fleisch im Katzenfutter kommt aus der Schlachtindustrie – und wie diese Tiere gelebt haben, bevor sie geschlachtet wurden, macht einen ethischen Unterschied. Bio-Siegel (EU-Bio, Demeter, Naturland, Bioland) oder explizit ausgewiesene Freilandhaltung sind Pluspunkte.
4. Alternative Proteinquellen
Insektenprotein ist die wohl spannendste Innovation der letzten Jahre. Die Schwarze Soldatenfliege liefert hochwertiges Eiweiß mit 60-80 % weniger CO₂-Ausstoß als Rindfleisch. Marken, die diese Technologie ernsthaft einsetzen, gehen voran.
5. Transparenz und Kommunikation
Wer "nachhaltig" sagt, aber keine Klimabilanz veröffentlicht, keine Lieferkette offenlegt und keine konkreten Zahlen nennt, ist im Zweifel nur im Marketing nachhaltig. Echte Nachhaltigkeit bedeutet: Belege auf den Tisch.
6. Soziales Engagement
Das ist das Kür-Kriterium. Marken, die einen Teil ihrer Einnahmen an Tierschutz-Organisationen spenden oder gezielt für Nachhaltigkeit einstehen, verdienen zusätzliche Anerkennung.
Das Ranking – Platz 1 bis 6
Platz 1: Strayz
Nachhaltigkeits-Gesamtbewertung: 10/10 Meine Gesamtnote: [A / A+ nach Praxistest]
Warum Platz 1:
- Insektenprotein als innovativste Proteinquelle – die Schwarze Soldatenfliege als Teil der Rezeptur reduziert den Klima-Fußabdruck deutlich
- Deutsche Produktion in Berlin
- CO₂-Bilanz veröffentlicht und kompensiert
- Spenden an Tierschutz-Organisationen – "Produkt für Katzen, Geld für Katzen"
- Reduzierte Verpackungs-Materialien (Pouches mit weniger Aluminium)
Schwächen:
- Pouches sind nicht das optimale Verpackungssystem, auch wenn Strayz hier einiges verbessert
- Teilweise hohe Preise (2,00 Euro pro Tag für 4-kg-Katze)
Für wen: Menschen, die Nachhaltigkeit als Top-Priorität setzen und bereit sind, einen Premium-Preis zu zahlen.
[Zum ausführlichen Strayz-Test →]
Platz 2: Miezenhaps (Hamburger Manufaktur)
Nachhaltigkeits-Gesamtbewertung: 9/10 Meine Gesamtnote: [Noch zu testen]
Warum Platz 2:
- Pfand-Mehrweg-Glas – das ökologisch beste Verpackungssystem am deutschen Markt
- Manufaktur-Produktion in Hamburg – regional, handwerklich
- Hohe Fleischqualität aus deutscher Erzeugung
- Offene Deklaration mit Prozentangaben
Schwächen:
- Begrenzte Verfügbarkeit (hauptsächlich im Versand)
- Preis im oberen Segment
- Kein Insektenprotein-Einsatz
Für wen: Regional-denkende Käufer, die bereit sind, Gläser zurückzusenden und einen etwas höheren Preis zu akzeptieren.
Platz 3: Herrmann's Bio
Nachhaltigkeits-Gesamtbewertung: 8/10 Meine Gesamtnote: [Noch zu testen]
Warum Platz 3:
- EU-Bio-Zertifizierung – höhere Haltungsstandards, keine Pestizide in Zutaten
- Deutsche Produktion in Goldegg
- Hochwertige Rezepturen mit hohem Fleischanteil
- Einweg-Glas und Weißblech-Dosen (unterschiedlich je Linie)
Schwächen:
- Einweg-Glas ist ökologisch schlechter als Weißblech-Dose
- Kein Mehrweg-System
- Keine veröffentlichte Klimabilanz
Für wen: Bio-orientierte Käufer, die bereit sind, Premium-Preise zu zahlen und denen das EU-Bio-Siegel wichtig ist.
Platz 4: Green Petfood FairCat
Nachhaltigkeits-Gesamtbewertung: 7/10 Meine Gesamtnote: [Noch zu testen]
Warum Platz 4:
- Teilweise Insektenprotein (FairCat Insect-Linie)
- Deutsche Produktion in Wehringen
- Verpackungen mit Recycling-Anteil (PCR)
- Fairer Preis (günstiger als die meisten Premium-Marken)
Schwächen:
- Nicht alle Sorten gleich nachhaltig – nur die FairCat-Linie ist konsequent
- Keine veröffentlichte CO₂-Bilanz
- Teilweise konventionelle Zutaten-Herkunft
Für wen: Preis-bewusste Käufer, die mit der FairCat-Linie einen günstigen Einstieg in nachhaltigeres Futter suchen.
Platz 5: Defu Bio (Demeter)
Nachhaltigkeits-Gesamtbewertung: 7/10 Meine Gesamtnote: ÖKO-TEST "sehr gut"
Warum Platz 5:
- Demeter-Siegel – die strengste Bio-Zertifizierung in Deutschland
- Hochwertige Rezepturen (im ÖKO-TEST 2023 bestes Ergebnis)
- Deutsche Produktion
Schwächen:
- Weißblech-Verpackung (gut, aber nicht Mehrweg)
- Preislich im oberen Segment
- Kein besonderer Innovations-Fokus
Für wen: Menschen, denen Demeter-Siegel wichtig ist und die das ÖKO-TEST-Testsieger-Label schätzen.
Platz 6: Yarrah Bio
Nachhaltigkeits-Gesamtbewertung: 6/10 Meine Gesamtnote: [ÖKO-TEST "gut"]
Warum Platz 6:
- EU-Bio-Zertifizierung
- Niederländische Produktion (regional im EU-Raum)
- Klare Bio-Orientierung
- Langjährig etabliertes Bio-Pionier-Unternehmen
Schwächen:
- Verpackung im Standard-Weißblech/Pouch-Mix
- Bei ÖKO-TEST 2023 wegen zu niedrigem Kaliumgehalt abgewertet
- Keine Mehrweg-Systeme
Für wen: Bio-bewusste Käufer, die nach einer etablierten Bio-Marke suchen.
Die "Überraschungen" und Auslassungen
Warum manche bekannte Nachhaltigkeits-Marken nicht auf der Liste sind
Purizon Naturals / Wolf of Wilderness: Gute Rezepturen, aber keine überzeugenden Nachhaltigkeits-Konzepte. Internationale Lieferketten, konventionelle Verpackung. Nicht schlecht, aber auch nicht auf der Nachhaltigkeits-Spitze.
Terra Canis: Hochwertige Rezepturen, aber die Tetrapak-ähnlichen Verpackungen sind bislang ohne besondere Nachhaltigkeits-Positionierung. Fleisch-Herkunft teilweise unklar.
Lily's Kitchen: Schöne Marketing-Story, aber die tatsächliche Nachhaltigkeits-Bilanz ist durchschnittlich. Britischer Hersteller mit Transport-Aufwand.
Was mir am Markt noch fehlt
Ich würde mir mehr Marken wünschen, die konsequent folgende Aspekte kombinieren:
- Pfand-Mehrweg-Systeme (bislang nur vereinzelt bei regionalen Manufakturen)
- Bio + Insektenprotein (diese Kombination existiert aktuell nicht)
- Transparent veröffentlichte Klimabilanzen als Branchenstandard
- CO₂-Kompensation im Preis einkalkuliert (wird noch kommen, vermute ich)
Der ehrliche Vergleich
Tabelle: Die Nachhaltigkeits-Dimensionen im Überblick
| Marke | Verpackung | Regional | Bio/Tierwohl | Alternative Proteine | Transparenz | Engagement | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Strayz | Gut | Gut | Gut | Sehr gut | Sehr gut | Sehr gut | 10/10 |
| Miezenhaps | Sehr gut | Sehr gut | Gut | – | Gut | Gut | 9/10 |
| Herrmann's Bio | Mittel | Gut | Sehr gut | – | Gut | Mittel | 8/10 |
| Green Petfood FairCat | Mittel | Gut | Mittel | Teilweise | Mittel | Gut | 7/10 |
| Defu Bio | Mittel | Gut | Sehr gut | – | Gut | Mittel | 7/10 |
| Yarrah Bio | Mittel | Mittel | Gut (EU-Bio) | – | Mittel | Mittel | 6/10 |
Preise im Vergleich
| Marke | Preis pro Tag (4-kg-Katze) |
|---|---|
| Green Petfood FairCat | ca. 1,20 Euro |
| Yarrah Bio | ca. 1,50 Euro |
| Defu Bio | ca. 1,80 Euro |
| Herrmann's Bio | ca. 1,90 Euro |
| Strayz | ca. 2,00 Euro |
| Miezenhaps | ca. 2,20 Euro |
Wichtige Einordnung: Die Preise sind ungefähre Angaben und schwanken je nach Abnahmemenge, Aktionen und Einkaufsquelle. Im Vergleich zu Supermarkt-Futtern (0,50–0,80 Euro pro Tag) ist der Aufpreis für nachhaltige Marken erheblich – aber in Relation zu anderen Premium-Marken ohne Nachhaltigkeits-Fokus (ebenfalls 1,50–2,00 Euro) kaum höher.
Die Frage, die ich am meisten höre: "Lohnt sich das wirklich?"
Menschen schreiben mir oft: "Ich würde gerne nachhaltiger füttern, aber ist das nicht teuer und nützt es überhaupt was?"
Meine ehrliche Antwort: Ja, es nützt etwas.
Eine Katze, die 15 Jahre lebt und pro Tag 200 Gramm Nassfutter bekommt, verzehrt in ihrem Leben etwa 1.100 Kilogramm Futter. Mit welcher Verpackung, aus welcher Produktion, mit welcher Klimabilanz – das macht über diese Menge einen realen Unterschied.
Wenn Du von einem konventionellen Supermarkt-Futter auf eine nachhaltige Premium-Marke umsteigst, senkst Du den CO₂-Fußabdruck der Fütterung Deiner Katze schätzungsweise um 30-50 %. Das sind über ein Katzenleben mehrere hundert Kilogramm CO₂, die nicht entstehen.
Ist das weltrettend? Nein. Aber ist es sinnvoll? Absolut. Und der Preisaufschlag (etwa 300–500 Euro pro Katze und Jahr) ist beherrschbar – vor allem, wenn man bedenkt, dass eine Katze sowieso langfristig Geld kostet.
Mein persönlicher Tipp: Kombinieren
Wer sich nicht auf eine einzige nachhaltige Marke festlegen will, kann auch kombinieren. Mein eigener Einkaufs-Rhythmus bei [FAMILIE-ORT]:
- Werktags: Regionale Manufaktur im Pfand-Glas (2-3 Gläser pro Woche)
- Wochenende/Backup: Premium-Weißblech-Dosen (z.B. Strayz als Hauptkonzept)
- Ausnahmesweise: Pouches nur für Reisen oder ungeplante Situationen
Das ist kein Dogma, sondern Alltag. Und es zeigt: Nachhaltige Katzenernährung ist kein Alles-oder-Nichts-Prinzip.
Was Du jetzt tun kannst
Wenn Du bisher konventionelles Supermarkt-Futter fütterst: Steige zunächst auf eine einzige bessere Marke um – das muss nicht gleich Nummer 1 auf meiner Liste sein. Auch Animonda Carny ist ein erster Schritt. Der größte Sprung ist der erste.
Wenn Du bereits eine gute Premium-Marke fütterst: Überlege, ob Du dein Repertoire erweitern kannst. Eine Sorte aus dem Nachhaltigkeits-Segment als "ersten Napf" am Morgen – das reicht oft schon für einen merklichen Unterschied.
Wenn Du bereits alles "richtig" machst: Schreib mir. Du hast Erfahrungen, die andere Leser interessieren. Und vielleicht hast Du Tipps zu regionalen Manufakturen in Deiner Umgebung, die ich noch nicht kenne.
Ausblick: Was in den nächsten Jahren kommt
Die Branche bewegt sich. In den nächsten 2–3 Jahren erwarte ich:
- Mehr Pfand-Systeme – einige Hersteller experimentieren bereits
- Insektenprotein wird Mainstream – die Akzeptanz wächst schneller als gedacht
- CO₂-Labels auf Verpackungen – könnte gesetzlich kommen
- Mehr Transparenz bei der Fleisch-Herkunft – regionale Haltungs-Standards rücken in den Fokus
Ich werde dieses Ranking jährlich aktualisieren. Was heute auf Platz 1 ist, muss nicht morgen dort sein. Der Markt entwickelt sich – und ich entwickle meine Bewertung mit.
Weiterführende Artikel
- [Die Ökobilanz von Katzenfutter-Verpackungen] – die Details zur Verpackungs-Dimension
- [Was Katzen wirklich fressen sollten] – die Ernährungs-Grundlagen
- [Meine Testmethodik] – warum Nachhaltigkeit bei mir gleichrangig bewertet wird
- [Alle Marken im Test A-Z] – alle Einzel-Reviews
Quellen
- Eigene Testberichte (Katzenfutter.net)
- ÖKO-TEST 3/2023, Themenschwerpunkt Katzenfutter
- FEDIAF Nutritional Guidelines (2024)
- Umweltbundesamt: Verpackungsabfall-Statistiken
- Herstellerangaben (geprüft und teilweise verifiziert)
Artikel-Stand: April 2026. Dieser Artikel wird mindestens einmal jährlich aktualisiert, um neue Marken und aktuelle Nachhaltigkeits-Entwicklungen zu berücksichtigen.